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Endlich Frühling
Nach einem langen Winter ist nun endlich der Frühling mit einiger Verspätung begonnen. Im letzten Jahr ging es rund 3 Wochen eher los. In den letzten Tagen haben wir nun die Beete eingeteilt und vorbereitet. In diesem Jahr fangen wir in dem Gemüsegarten mit einer Siebenfelderwirtschaft an, so wie sie durch Ian Tolhurst in Großbritannien praktiziert wird. In der Praxis bedeutet dies, dass auf 5 Feldern Gemüse angebaut wird, während jeweils zwei Felder brach liegen und lediglich mit Gründünger wie Rotklee bepflanzt werden.
Auch ansonsten erwacht so langsam der Garten aus dem Winterschlaf. Die Schneeglöckchen blühen, der Rhabarber fängt an sich zu entfalten und für die Ableger der Erdbeeren haben wir einen passenden Platz gefunden.
Die Frage ist nun noch, welche Pflanzen den Winter überlebt haben. In unserem Kräutergarten sieht es gar nicht gut aus, aber wir geben den Pflanzen noch ein paar Wochen um ein Lebenszeichen von sich zu geben.
Auf der Fensterbank wachsen inzwischen die ersten Jungpflanzen und einige davon werden auch schon abgehärtet um bald eingepflanzt zu werden. Bisher haben wir Kohlrabi, Dill, Rucola, Hokkaidokürbis, Ackerbohne, Zuckererbse, Gartenerbse, Schnittsalat, Knollensellerie, Sellerie und Blasenkirschen ausgesät.
Interessengemeinschaft Bauernhaus zu Besuch
Letztes Wochenende haben rund 30 Vereinsmitglieder der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) aus ganz Deutschland unsere Baustelle im Rahmen einer Fortbildung besucht.

Die Teilnehmer der Fortbildung reisten aus Franken, Hessen, dem Spreewald, der Rhön, dem Thüringer Wald, dem Oderbruch, Aschersleben und vielen weiteren Orten an. Organisiert und geleitet wurde das Wochenende von dem im Mindener Raum bekannten Architekten Wolfgang Riesner und Heinz Riepshoff, der sich bereits seit 40 Jahren im Verein engagiert.
Die IGB mit ihren rund 6.000 Mitgliedern widmet sich seit Anfang der 1970er Jahre dem Erhalt historischer Bausubstanz. Im Mittelpunkt stehen ländliche Bauten, also Bauernhäuser samt Wirtschaftsgebäuden, aber auch Wohnstätten der kleinen Leute, die in Bauernhäusern samt Nebengebäuden, in Dorfschmieden, Witwenhäusern oder Katen gelebt haben. Die IGB sieht diese Bauten als Ausdruck der Sozial‐ und Wirtschaftsgeschichte vergangener Zeiten und wichtigen Teil des nationalen Kulturerbes, den es zu erhalten gilt.
Herzstück des Vereins und seiner Arbeit sind die rund 150 Kontakt‐ und Außenstellen in ganz Deutschland. Sie helfen ehrenamtlich Menschen, die sich für ein altes Haus interessieren, bei der Entscheidungsfindung und beraten bei auftretenden Fragen und Problemen.
Die Fortbildung war ein gelungener Mix aus Theorie und Praxis. Zunächst berichteten die „Medienschaffenden“ der IGB über ihre Arbeit. Die Zeitschrift „Der Holznagel“ erscheint zweimonatlich mit seinen Fachartikeln und Praxisberichten, die Homepage ist das tagesaktuelle Medium der IGB, in ihren Tiefen stecken auf über 700 Seiten umfangreiches Fachwissen.
Im theoretischen Teil der Veranstaltung ging es außerdem darum, welche Wege beispielsweise bei drohenden Häuserabrissen sinnvoll und auch gangbar sind. Das Spektrum der Möglichkeiten reichte von der pointierten Öffentlichkeitsarbeit bis hin zum Einschalten des Petitionsausschusses der jeweiligen Landtage. Mithilfe einer Powerpoint‐Präsentation berichtete Vorstandsmitglied Heinz Riepshoff von diversen Häuserrettungen in den letzten 40 Jahren und zeigte gleichzeitig die Haken und Ösen auf. Fazit seiner Ausführungen war: es ist möglich, vom Abriss bedrohte alte Bausubstanz zu retten und zu erhalten. Dies sollte jedoch nie im Alleingang erfolgen. Kooperationen, manchmal auch quer durch alle Parteien, sind unverzichtbar. Langer Atem ist oft notwendig, und außerdem eine gewisse Frustrationstoleranz, weil es nicht immer gelingt, alte erhaltenswerte Häuser zu retten. Riepshoff zeigt sehr eindrücklich auf, das regionale Medien, vor allem die Tagespresse, eine wichtige Rolle spielen: „Nichts bleibt so gut im Gedächtnis der Menschen hängen, wie wenn man sich einmal mit mehreren Pro und Kontra‐Beteiligten öffentlich um ein Haus gekloppt und die örtliche Zeitung darüber berichtet hat.“
Im praktischen Teil der Weiterbildung führte Wolfgang Riesner, ebenfalls im Bundesvorstand der IGB, zu mehreren bereits sanierten oder in der Sanierung begriffenen alten Häusern in der Region, wie zum Beispiel Thiemanns Hof. Hier erfuhren die Teilnehmenden bei Minustemperaturen viele Kniffe und Tricks aus der Praxis. „Der erste Gang bei einer Hausbesichtigung“, so Riesner, „führt immer ums Haus herum.“ Von außen sei meist schon, genügend Erfahrung vorausgesetzt, einiges über den Zustand der Bausubstanz ersichtlich. Oft sehe ein Haus verfallen aus, in Wirklichkeit ist die Grundsubstanz jedoch gar nicht so schlecht. Bei den Baubegehungen gehe es ja zunächst um eine Einschätzung, was auf die Interessierten zukommt.
Die restaurierten handwerklichen Maschinen der Phoenix Museumswerkstatt in Windheim ließen so manche Augen aufleuchten, als Uwe Hempfling Einblicke in seine Arbeit gab. Besonders beeindruckt waren viele von der Ordnung, die bei ihm herrscht. Eine IGBlerin sagte gar: „Das muss ich fotografieren und meinem Mann zeigen. So muss eine Werkstatt aussehen!“
Die vom Verein „Denk‐mal! Windheim No.2“ geretteten und sanierten Häuser Windheim No.2 und „Dat lüttke Hues“ dienten als gelungene Beispiele, wie fachgerecht, ökologisch und optisch sehr ansprechend alte Bausubstanz auch jenseits der privaten Wohnnutzung erhalten werden kann.
Foto: Michaela Töpfer/IGB
Winter in Bierde
Inzwischen verbringen wir unseren zweiten Winter in Bierde. Im letzten Winter hatte es zwar ordentlich gefroren, aber viel Schnee gab es nicht. Seit ein paar Tagen liegt in diesem Winter nun aber eine kleine Schneedecke über der Landschaft. Hier sind ein paar Impressionen, aufgenommen zwischen Bierde und Borstel.
Auf der Baustelle geht es aufgrund der Minustemperaturen im Moment etwas langsamer weiter. Zur Zeit planen wir die Details zu den Fenster und Türen und wenn die erstmal eingebaut sind, dann wird es im Haus auch schon etwas angenehmer werden.
Zur Geschichte von Haus Windheim No2
Wer sich für unsere Hofrestaurierung interessiert, für den dürfte auch der nächste Stammtisch der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) am Donnerstag den 3. Januar interessant sein, welcher diesmal im Haus Windheim No2 stattfinden wird.

Bei diesem Stammtisch wird über die Geschichte von Windheim No2, den Kampf gegen den Abriss des 1701 errichteten Haupthauses und die zwischen 1998 und 2004 ausgeführten Restaurierungsarbeiten berichtet werden.
Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen, es ist also eine gute Gelegenheit sich über die Rettung dieses Baudenkmals und seine Neunutzung zu informieren. Haus Windheim No2 ist übrigens ein Niedrigenergiehaus, das hält die Betriebskosten für den Verein in Grenzen.
Donnerstag, 3. Januar
Beginn: 19 Uhr
Haus Windheim No2, Im Grund 4, 32469 Petershagen
Die Auferstehung des Backhauses
Unsere Hofstelle besteht aus 3 Gebäuden – dem Vierständerhaus, einer Remise und einem alten Fachwerkbackhaus. Von dem alten Backhaus standen nur noch ein paar Wände als wir den Hof gekauft haben. Von den vorhandenen Resten konnte man aber noch gut die ursprüngliche Form rekonstruieren. Nachdem wir im Mai eine Klasse Auszubildende im 3. Lehrjahr Zimmerer des Berufskollegs Lübbecke zu Besuch hatten, kam die Idee auf die Zusammenarbeit fortzusetzen und dafür war das Backhaus gut geeignet um im Rahmen von Denkmal Aktiv der Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Schulprojekt renoviert zu werden. Ziel des Projektes ist es, den Auszubildenden die Bedeutung von Denkmalen als unser kulturelles Erbe und deren Erhaltungswert nahe zu bringen. Die Schüler beschäftigen sich dabei mit der historischen Einordnung und Dokumentation der Nutzungsentwicklung des Hofes und der Planung und Ausführung der Restaurationsarbeiten des dazugehörigen Backhauses.
Der Startschuss fiel zum Tag des offenen Denkmals am 9. September. Da das Thema in diesem Jahr “Holz” war, wollten wir gerne vor Ort zeigen, wie Zimmerer Fachwerk restaurieren. Eine Gruppe des dritten Ausbildungsjahres war an dem Sonntag bereit zu uns nach Bierde zu kommen um an dem Backhaus zu arbeiten. Unter Begleitung der Zimmerei Hanspeter Rohde und vor den neugierigen Augen von Besuchern wurden zuerst zwei alte Fachwerkwände demontiert und je nach Zustand wurden dann Hölzer ausgebessert oder erneuert.
Ende November ging es dann weiter. In Ilsebäumen war ganz schön was los als 20 Auszubildende eine Woche lang auf Thiemanns Hof aktiv waren. Während eine Hälfte im improvisierten Klassenzimmer büffelte, hat die andere Hälfte weiter am Backhaus gearbeitet und zum Ende der Woche war es dann so weit, dass alle Bauteile wie in einem Puzzle zusammengebaut werden konnten. Innerhalb weniger Stunden standen erst die Fachwerkwände und dann wurde das Dach aufgebaut. Zum Abschluss gab es zusammen mit der Nachbarschaft und allen Beteiligten ein Richtfest.
Inzwischen ist das Unterdach fertig und im Frühling wird es dann irgendwann weiter gehen. Das Backhaus soll später wieder einen richtigen Backofen bekommen und dann werden wir auch Backtage veranstalten.
An dieser Stelle möchten wir uns noch ausdrücklich bei den Zimmerern des Berufskollegs Lübbecke und Studienrat Steffen Skrodzki für die gute Zusammenarbeit bedanken.
Alte Sorten
Wir finden zu einem alten Bauernhof von 1875 passen alte oft vergessene Gemüse und Obstsorten. Heute haben wir unseren ersten Cox Orange Renette Apfel geerntet und gegessen. So schmeckt ein leckerer Apfel.
Cox Organge Renette ist eine Sorte, welche 1825 in Großbritannien gezüchtet wurden. Den Apfelbaum haben wir vor genau einem Jahr gepflanzt und im ersten Jahr hatte er bereits 10 Äpfel.
Aus dem Gemüsegarten gab es im Salat den schwarzen Winter-Rettich, der schon den Ägyptern 2500 vor Christus bekannt war, von den Römern nach Nordeuropa gebracht wurde und bis bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt war, danach aber in Vergessenheit geraten ist.
Ende Juli haben wir den Rettich ausgesät und konnten nun Ende September bereits die ersten Rüben ernten.
Zu guter Letzt haben wir auch noch Garten-Schwarzwurzel geerntet. Die Schwarzwurzel kommt ursprünglich von der iberischen Halbinsel und hat sich im 17. Jahrhundert in Europa verbreitet.
Nachdem sie eine Zeit lang in Vergessenheit geraten war, ist sie inzwischen aber auch wieder im Supermarkt zu bekommen. Von den Schwarzwurzeln haben wir leckere Bratlinge gemacht.
Meister Aumann
Auf dem Torbogen unseres Hofes kann man lesen, dass dieser von einem Zimmermeister Aumann 1875 erbaut worden ist. Aumann ist auch der Name der Familie die den Hof im 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt hat. Ob der Zimmermeister Aumann selber den Hof bewohnt hat oder zur Familie gehörte wissen wir bisher noch nicht.
Alle Recherchen zu einem Zimmermeister Aumann aus der Umgebung von Petershagen-Bierde sind bisher im Sande verlaufen. So hatte die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zum Beispiel keine Daten in ihrem Archiv.
Interessanterweise befinden sich aber in der Umgebung noch weitere Höfe, die von einem Meister Aumann erbaut wurden. Einer davon befindet sich in der Nachbarschaft und ähnelt unserem Hof in vieler Hinsicht, ist allerdings um einiges größer ausgefallen. Es scheint fast so als wäre unser Hof die Vorlage für den anderen Hof gewesen, welcher 1882 erbaut wurde.
Über eine Internetsuche sind wir zufällig auf ein Vierständer-Hallenhaus in Rosenhagen gestoßen, welches ebenfalls von Meister Aumann zwei Jahre vorher erbaut wurde.
Ein paar Kilometer weiter westlich im benachbarten Dorf Ilse scheint es auch noch einen Aumann Hof zu geben, aber diesen konnten wir noch nicht finden.
Falls Sie noch weitere Aumann Höfe in Petershagen kennen oder mehr zu Meister Aumann wissen, dann hinterlassen Sie uns bitte auf der Kontakt-Seite eine Nachricht.
Beton
Auch in einem schönen alten Bauernhaus geht es leider nicht ganz ohne Beton, jedenfalls nicht, wenn man trockene Füße haben will. Vorher musste an einigen Stellen erst mal der alte Beton raus.
Im alten Stallbereich war dieser so dick, dass wir uns dazu einen Stemmhammer bei David in Lahde ausleihen mussten. Mit dem Stemmhammer ging es dann recht flott weiter, so dass überall nun der alte Beton raus ist.
Als nächstes wurde die Erde für die neue Bodenplatte gut einen 1/2 Meter ausgegraben und dann mit Schutt und Kies als kapillarbrechende Schicht (Frostkoffer) wieder teilweise aufgefüllt. Die Erde aus dem Haus reicht inzwischen für einen kleinen Hügel neben dem Haus mit dem wir später die Unebenheiten im Garten ausgleichen können.
Vor ein paar Wochen kam dann der Betonmischer und wurden mit vereinten Kräften die Bodenplatte von 4 Räumen gegossen. In diesen Räumen kann es nun weiter gehen mit dem Innenausbau.
Ein Viertel Kräutergarten
Nachdem unser Nachbar mit dem Traktor den Bereich vor dem westlichen Giebel gefräst hatte, konnten wir heute mit dem Kräutergarten anfangen. Geplant ist ein 12 x 9 Meter großer klassischer Kräutergarten mit Buchshecke. Da an und entlang der Fassade noch gearbeitet werden muss, sind wir mit dem ersten äußeren Viertel des Kräutergartens begonnen, immerhin auch schon ca. 17 qm.
Gegen Ende des ersten Tages haben wir im Kräutergarten folgende Pflanzen: Basilikum (Ocimum basilicum), Dill (Anethum graveolens), Echter Baldrian (Valeriana officinalis), Echter Koriander (Coriandrum sativum), Liebstöckel (Levisticum officinale), Oregano (Origanum vulgare), Petersilie (Petroselinum crispum), Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Ringelblume (Calendula officinalis), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Salbei (Salvia), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Thymian (Thymus vulgaris) und Zitronenstrauch (Aloysia citrodora)
Schulexkursion
Am letzten Montag hatten wir eine Klasse Auszubildende im 3. Lehrjahr Zimmerer des Berufskollegs Lübbecke zu Besuch auf unserem Hof. Unseren Zimmermeister Hanspeter Rohde hat die Gruppe herumgeführt und ist detailliert und anschaulich auf die historische Bauweise des Vierständerhauses, als auch auf die Besonderheiten der fach- und denkmalgerechten Renovierung eingegangen. Im nächsten Schuljahr werden wir wahrscheinlich erneut mit dem Berufskolleg Lübbecke zusammenarbeiten, aber dazu später mehr.









































