Garten
Endlich Frühling
Nach einem langen Winter ist nun endlich der Frühling mit einiger Verspätung begonnen. Im letzten Jahr ging es rund 3 Wochen eher los. In den letzten Tagen haben wir nun die Beete eingeteilt und vorbereitet. In diesem Jahr fangen wir in dem Gemüsegarten mit einer Siebenfelderwirtschaft an, so wie sie durch Ian Tolhurst in Großbritannien praktiziert wird. In der Praxis bedeutet dies, dass auf 5 Feldern Gemüse angebaut wird, während jeweils zwei Felder brach liegen und lediglich mit Gründünger wie Rotklee bepflanzt werden.
Auch ansonsten erwacht so langsam der Garten aus dem Winterschlaf. Die Schneeglöckchen blühen, der Rhabarber fängt an sich zu entfalten und für die Ableger der Erdbeeren haben wir einen passenden Platz gefunden.
Die Frage ist nun noch, welche Pflanzen den Winter überlebt haben. In unserem Kräutergarten sieht es gar nicht gut aus, aber wir geben den Pflanzen noch ein paar Wochen um ein Lebenszeichen von sich zu geben.
Auf der Fensterbank wachsen inzwischen die ersten Jungpflanzen und einige davon werden auch schon abgehärtet um bald eingepflanzt zu werden. Bisher haben wir Kohlrabi, Dill, Rucola, Hokkaidokürbis, Ackerbohne, Zuckererbse, Gartenerbse, Schnittsalat, Knollensellerie, Sellerie und Blasenkirschen ausgesät.
Alte Sorten
Wir finden zu einem alten Bauernhof von 1875 passen alte oft vergessene Gemüse und Obstsorten. Heute haben wir unseren ersten Cox Orange Renette Apfel geerntet und gegessen. So schmeckt ein leckerer Apfel.
Cox Organge Renette ist eine Sorte, welche 1825 in Großbritannien gezüchtet wurden. Den Apfelbaum haben wir vor genau einem Jahr gepflanzt und im ersten Jahr hatte er bereits 10 Äpfel.
Aus dem Gemüsegarten gab es im Salat den schwarzen Winter-Rettich, der schon den Ägyptern 2500 vor Christus bekannt war, von den Römern nach Nordeuropa gebracht wurde und bis bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt war, danach aber in Vergessenheit geraten ist.
Ende Juli haben wir den Rettich ausgesät und konnten nun Ende September bereits die ersten Rüben ernten.
Zu guter Letzt haben wir auch noch Garten-Schwarzwurzel geerntet. Die Schwarzwurzel kommt ursprünglich von der iberischen Halbinsel und hat sich im 17. Jahrhundert in Europa verbreitet.
Nachdem sie eine Zeit lang in Vergessenheit geraten war, ist sie inzwischen aber auch wieder im Supermarkt zu bekommen. Von den Schwarzwurzeln haben wir leckere Bratlinge gemacht.
Ein Viertel Kräutergarten
Nachdem unser Nachbar mit dem Traktor den Bereich vor dem westlichen Giebel gefräst hatte, konnten wir heute mit dem Kräutergarten anfangen. Geplant ist ein 12 x 9 Meter großer klassischer Kräutergarten mit Buchshecke. Da an und entlang der Fassade noch gearbeitet werden muss, sind wir mit dem ersten äußeren Viertel des Kräutergartens begonnen, immerhin auch schon ca. 17 qm.
Gegen Ende des ersten Tages haben wir im Kräutergarten folgende Pflanzen: Basilikum (Ocimum basilicum), Dill (Anethum graveolens), Echter Baldrian (Valeriana officinalis), Echter Koriander (Coriandrum sativum), Liebstöckel (Levisticum officinale), Oregano (Origanum vulgare), Petersilie (Petroselinum crispum), Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Ringelblume (Calendula officinalis), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Salbei (Salvia), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Thymian (Thymus vulgaris) und Zitronenstrauch (Aloysia citrodora)
Beginn der Gartensaison 2012
Nachdem wir vor einigen Wochen bereits die Apfelbäume geschnitten hatten, ging es an diesem Wochenende im Bauerngarten weiter. Zuerst haben wir die Fläche des Gemüsegartens um gut 20 m2 erweitert und dann die Erdbeeren vom letzten Jahr umgepflanzt um Platz zu schaffen für Reihen mit Erbsen und Ackerbohnen (Vicia faba).

Drei alte Rhabarberpflanzen haben wir ebenfalls umgesiedelt und mit einer weiteren ergänzt. Sie haben nun hinter den Beeren genügend Raum. Die Beerensammlung wurde mit zwei weiteren Stachelbeersträuchern (eine davon rot) und einem weiteren gemeinen Bocksdorn (Lycium barbarum) ergänzt.

Danach war dann endlich der Zeitpunkt gekommen um die vorher eingeweichten Erbsen (4 Reihen) und Ackerbohnen (2 Reihen) zu pflanzen.
Garten Impressionen
Nachdem des öfteren über unseren Garten geschrieben wurde, haben wir nun eine kleine Videoimpression von unserem Garten erstellt.
Vegalicious ist der Name unseres Food Blogs auf dem wir regelmäßig Rezepte veröffentlichen und da wir versuchen so viel wie möglich unser eigenes Gemüse und Obst anzupflanzen, haben wir auch unseren Garten so genannt. Garten Nummer 1 ist ein 100 m2 großer Kleingarten in der Stadt und Garten Nummer 2 ist somit der vorläufige Name unseres Bauerngartens in Petershagen.
In dem Video zu sehen (in chronologischer Reihenfolge): Borretsch (Borago officinalis), Hirse, Ringelblume (Calendula officinalis), Kartoffeln, Dill, Erdbeeren, Pfefferminze, Salbei, Echte Schwarzkümmel, Kornblume, Ringelblume, Gartenwicke, Dahlie, Sonnenblume, Walnussbaum, Stockrose, Dahlie, Apfelbaum, Stockrose
Der Garten nach 3 Monaten
Mitte April sind wir angefangen auf der Wiese neben dem Hof einen Garten anzulegen. Es fing an mit einem kleinen Feld für Erdbeeren und dazu kamen ein paar Dahlien, welche wir von einer Nachbarin bekommen hatten. Jedes mal wenn wir wieder zum Hof gefahren sind haben wir ein paar Pflanzen mitgebracht und den Garten Schritt für Schritt erweitert. Im Garten gab es bereits zwei alte Apfelbäume und einen großen Walnussbaum. Da wir nicht durchgehend vor Ort sind und uns um den Garten kümmern können, haben wir es vor allem als Experiment gesehen. Zu unserer positiven Überraschung geht es dem Garten aber bis auf ein paar Ausnahmen ausgezeichnet. Der Boden hält die Feuchtigkeit gut und das Wetter in Petershagen ist weder zu trocken noch zu feucht. Nur die Schnecken haben hier und dort Schaden angerichtet, aber das geht uns daheim in unserem Kleingarten nicht anders. Die Schneckenplage ist in diesem Jahr wieder extrem und in beiden Gärten ist von den Kürbis- und Zucchinipflanzen kaum etwas übrige geblieben.
Nach nur 3 Monaten haben wir nun schon 35 essbare Pflanzensorten und über 10 verschiedene Blumen in unserem Bauerngarten.
Kräuter:
- Basilikum
- Borretsch (Gurkenkraut)
- Dill
- Echte Kamille
- Echte Koriander
- Echter Thymian
- Salbei (2 verschiedene Sorten)
- Minze (3 verschiedene Sorten)
- Oregano
- Petersilie
- Schnittlauch
- Waldmeister
Gemüse:
- 3 x Rhabarber
- 8 x Brokkoli
- 8 x Rotkohl
- 8 x Rosenkohl
- 4 x Rote Bete
- 4 x Grünkohl
- ca. 60 Zwiebeln
- ca. 25 Kartoffeln
- 4 x Schwarzwurzel
- 1 x Topinambur
Obst:
- 2 x schwarze Johannisbeere
- 2 x rote Johannisbeere
- 2 x Stachelbeere
- 3 x Himbeere
- 18 x Erdbeere
- 1 Birnbaum
- 1 Pflaumenbaum
- 2 Apfelbäume
- 1 Feigenbaum
- 1 Walnussbaum
Blumen:
- ca. 20 Sonnenblumen
- 5 Dahlien
- Schmetterlingsflieder
- Eisenkraut
- Einjährige Silberblatt
- Duftende Platterbse
- Magerwiesen-Margerite
- Roter Fingerhut
- Japanische Kerrie
- Goldmelisse
- Tagetis
- und diverse wilde Blumen
Es lebt und wächst
Die ungewöhnliche Trockenheit und Hitze im April hat unser neuer Garten bisher relativ gut überstanden. Nur der Kürbissämling im Hügelbeet hat es leider nicht überlebt, aber alles andere sah gut aus. Sechs neue Kürbissämlinge haben wir dieses mal direkt in die Erde gepflanzt und hoffen, dass sie dort die Trockenheit besser überstehen werden. In einer Reihe von Strohballen wurden Pastinak und Wachs-Brechbohnen ausgesät und mit 18 weiteren Strohballen wurde ein Komposthaufen eingerichtet.
Alte Plastikflaschen haben wir zu Wasserspendern umgebaut und an einigen Stellen installiert. Schwierig war hierbei vor allem die Größe des Loches im Verschlussdeckel. Bei einigen Flaschen war das Loch zu groß, so dass sie innerhalb von ein paar Stunden leer gelaufen sind, was natürlich nicht beabsichtigt war.
Im Gemüsegarten wurde eine Reihe Sonnenblumen, Gartenwicken und Tagetis gepflanzt um Bienen und Schmetterlinge anzulocken. Vor dem Haus haben wir kleine Blumenbeete angelegt und den Müll weggeräumt. Zu guter Letzt haben wir auch noch die 3 Nistkästen an verschiedenen Stellen aufgehängt.
Im Garten haben wir nun nach knapp einem Monat: Erdbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeere, Zwiebeln, Rhabarber, Kürbis, Zucchini, Kartoffeln, Schwarzwurzel, Pastinak, Rote Bete, Brokkoli, Rosenkohl, Rotkohl, Wachs-Brechbohnen, Petersilie, Dill und jeweils einen Birnen-, Apfel- und Pflaumenbaum.
Nistkästen für den Garten
In diesem Jahr fehlte leider die Zeit als auch die passende und richtig ausgestattete Werkstadt um selber Nistkästen zu bauen. Um den diversen Vögeln in unserem Garten dennoch ein zuhause zu bieten, haben wir daher über den Versandhandel drei Modelle bestellt, welche heute geliefert wurden.
Der Nistkasten Jamaica hat eine 32 mm Öffnung und durch die schräge Lage brauchen die Vögel angeblich weniger Nistmaterial.
Nistkasten New Mexico ist ein halb offener Nistkasten für Vögel wie das Rotkehlchen, dem Grauschnäpper oder der Bachstelze.
Der Nistkasten Toronto mit seiner 32 mm Öffnung ist ein typischer Nistkasten für die Kohlmeise, welche wir schon im Garten gesehen haben.
Für alle Nistkästen wurde ausschließlich Holz mit dem FSC-Label verwendet.
Hügelbeet mit Stroh
Da auf dem Boden des Hofes noch Unmengen an Stroh und Heu liegen, sind wir auf die Suche nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten gegangen. Tiere haben wir keine, und verbrennen wollen und dürfen wir es nicht. Inspiriert durch den Japanischen Mikrobiologen und Bauern Masanobu Fukuoka (Autor u.a. von ‘The One-Straw Revolution: An Introduction to Natural Farming‘) und dem synergistischen Gartenkonzept von Emilia Hazelip wollen wir probieren das Stroh pragmatisch und sinnvoll im Garten zu benutzen.
Am Osterwochenende haben wir als erstes Experiment ein Hügelbeet angelegt und mit reichlich Stroh abgedeckt. In dem Hügelbeet wurden Kartoffeln und ein einsamer Kürbis Sämling gepflanzt.
Pflanzentauschbörse
An diesem Wochenende war wieder die Pflanzentauschbörse in Windheim. Dieser traditioneller Treffpunkt vieler Gartenfreunde wird von der Interessengemeinschaft Bauernhaus bei der historische Hofstelle Windheim No 2 in Petershagen-Windheim organisiert.
Wir hatten noch nicht sehr viel zum Tauschen, brachten aber 6 Erdbeerpflanzen, Rhabarber sowie Samen von verschiedenen Kürbissorten und Zucchini mit. Für die Erdbeerpflanzen gab es nur geringes Interesse. Fast jeder Gärtner wird wohl schon selber genügend davon haben. Wir waren auch nicht in der Lage die genaue Art zu spezifizieren, aber es ist eine sehr schmackhafte Sorte und so sind halt 3 Pflanzen wieder zurück mit uns gegangen.
Getauscht haben wir Muskat-Salbei (Salvia sclarea), Alant (Inula), Flieder (Syringa), japanische Kerrie (Kerria japonica), grüne Minze (Mentha viridis), Waldmeister (Galium odoratum), hohen Stauden-Phlox (Phlox paniculata), roten Fingerhut (Digitalis purpurea) und Topinambur (Helianthus tuberosus).
Im nächsten Jahr müssen wir daran denken einen Tisch und Verpackungsmaterial wie Umschläge, alte Yogurtbecher und Zeitungen, sowie Beschriftungsmaterial mitzubringen.































